das Projekt

365 Tage zuckerfrei – das Experiment
Zucker ist ungesund. Das steht außer Frage. Doch wie ungesund ist Zucker denn tatsächlich? Diese Frage zu beantworten ist schwierig. Die Schäden, die Zucker in unserem Körper zu verursachen vermag sind zwar sehr vielfältig, jedoch schwer mess- und objektivierbar. Aus diesem Grund möchte ich herausfinden was passiert, wenn ich ein Jahr lang zur Gänze auf Zucker verzichte. Als gesundheitsbewusster Mensch achte ich schon seit vielen Jahren bewusst auf meinen Lebensstil. Ich betreibe regelmäßig Sport, rauche nicht, meide fettreiche Speisen weitgehend und trinke Alkohol nur in Maßen. Ich tue das aus Überzeugung. Ich glaube fest daran, dass ein gesunder Lebensstil die Voraussetzung für ein langes, vitales Leben darstellt und uns allen eine große Chance darbietet. Diese Art zu leben entspricht meiner Philosophie, soll aber gleichzeitig auch Vorbild sein für meine Patienten und alle Menschen, die ihre Gesundheit verbessern wollen. Ein Laster, das mich schon mein ganzes Leben begleitet sind Süßigkeiten. Allen voran liebe ich dunkle Schokolade. Auch wenn ich mich beim Naschen (meistens) beherrschen kann, muss ich gestehen, dass ich fast täglich Schokolade esse.

Hat man sich in der Vergangenheit sehr intensiv auf die Gesundheitsrisiken ungesunder Fette konzentriert, so wurden in den letzten Jahren die Gefahren des Zuckerkonsums genauer unter die Lupe genommen. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass der Verzehr einfacher Zucker nicht weniger ungesund ist als der Konsum von schlechten Fetten. Aus diesem Grund ist es mir ein Anliegen mein Ernährungsverhalten auch diesbezüglich zu verändern. Ich möchte herausfinden, ob es für mich subjektiv spürbar wird, wenn ich zur Gänze auf einfachen Zucker verzichte. Die meisten von uns kennen das „Gefühl danach“, wenn wir etwas Fettes, Gebackenes oder Frittiertes gegessen haben. Nach üppigen Mahlzeiten geht es einem nicht besonders gut. Man wird müde und träge. Wer im Rahmen der Fastenzeit schon einmal zur Gänze auf Alkohol verzichtet hat, weiß, dass man sich dadurch auch energiegeladener und wohler fühlt. Doch wie wird das wohl beim Verzicht auf Zucker aussehen? Werde ich mich besser fühlen? Werde ich abnehmen? Werde ich besser schlafen, mich besser konzentrieren können oder tut sich vielleicht einfach gar nichts?

Die Spielregeln
Ab dem 01.09.2013 werde ich ein ganzes Jahr lang – sprich bis 31.08.2014 – auf jede Form von einfachem Zucker verzichten, der einem Lebensmittel oder einem Produkt zugesetzt wurde. Somit werden nicht nur Zucker sondern auch alle Süßigkeiten aus meinem Speiseplan gestrichen. Selbstverständlich darf ich auch keine Marmeladen essen oder Saucen verwenden, denen Zucker beigemengt wurde. Im Rahmen dieses Projektes möchte ich nicht nur herausfinden was mit mir passiert, wenn ich keinen Zucker mehr esse, sondern auch darauf aufmerksam machen in wie vielen Lebensmitteln Zucker enthalten ist oder versteckt wird, von denen wir es gar nicht wissen oder glauben. Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich auf den Start des Experiments freuen oder eher davor Angst haben soll….

Alle Lebensmittel, die Zucker von Natur aus beinhalten (z.B. Obst oder Milch) sind erlaubt.

Nachdem ein Jahr eine sehr lange Zeit ist, behalte ich mir einen Joker vor. Dieser Joker gilt für 1 Tag in diesem Jahr, an dem dann Zucker erlaubt sein wird. Er darf von mir in einem Moment der Schwäche eingesetzt werden und soll auch veranschaulichen, wie ich nach einer langen Zuckerpause (ich hoffe ich brauche den Joker nicht gleich am Anfang!) auf den Konsum von Zucker reagiere.

Begleiten Sie mich auf meiner zuckerfreien Reise, machen Sie mit und lassen Sie uns einander austauschen. Der Anfang wird hart, da bin ich mir ziemlich sicher. Wer verzichtet schon gerne auf Dinge, die ihm lieb sind? Nichtsdestotrotz bin ich davon überzeugt, dass das Experiment für mich ein lohnenswertes ist. Ich halte Sie am Laufenden!

110 Gedanken zu „das Projekt

  1. Ich lebe seit mehr als zwei Jahren vegan und achte dabei besonders gesunde Ernährung. Viel Obst, Gemüse, kein weißes Mehl oder industriell erzeugte Produkte. Ich verwende ausschließlich Ware aus kontrolliert biologischem Anbau. Zucker nehme ich keinen zu mir. Wenn ich Süße benötige, verwende ich nun Xylit (Birkenzucker). Durch diese Ernährungsform bin ich extrem fitter, schlanker und konzentrationsfähiger geworden. Meine Blutwerte haben sich massiv gebessert und sind nun alle im Normbereich. Abgesehen davon, dass man auf diese Art viel bewusster mit Lebensmitteln umgeht, durfte ich die Reichhaltigkeit und die vielen Möglichkeiten, leckere und gesunde Nahrung aufzunehmen, lernen. Ich werde nie mehr anders essen!
    Ich bin neugierig, zu welchem Fazit Sie, Herr Dr. Matrhai, kommen werden. Alles Gute dabei!

  2. Ich wünsche ihnen viele gute Erfahrungen und werde weiterhin lesen. Ich möchte mich auch möglichst zuckerfrei ernähren, was sich aber wirklich schwer durchführen läßt. Früher ist mir nie aufgefallen worin überall Zucker ist, ein Beispiel: gefrostetes obst, hät ich nie gedacht…..Ich lebe seit einiger Zeit vibonisch ( Ernährungsumstellung ) bei der man den Zuckerverbrauch am besten einstellt oder durch Birkenzucker ersetzt.
    Davor habe ich einige Zeit Almased getrunken und bisher 15 Kilo abgenommen. Deshalb weiß ich es ist nicht immer leicht, aber es lohnt sich und man fühlt sich auch viel besser!!!!
    Alles Gute weiterhin!

  3. Ich lebe seit knapp 3 Jahren ohne Kohlenhydrate. Meine tägliche Herausforderung ist es, pro Tag nicht mehr als 40g Kohlehydrate zu mir zu nehmen. Ich tue dies mittlerweile aus Überzeugung. Diese ketogene Ernährungsweise habe ich als Unterstützung zur Krebstherapie gewählt. Sehr schnell merkte ich, dass ich trotz kräftezehrender Therapie ohne Zucker und Stärke leistungsfähiger bin, als mit gewöhnlicher gesunder Ernährung.

    Ab jetzt bin ich en regelmäßiger Leser ubd sehr gespannt auf den Ausgang deines Experiments.

  4. hi, es gibt Marmelade ohne Zucker, somit musst du darauf nicht verzichten. In Deutschland gibt es die in Reformhäusern, diese ist dann mit Apfelpektin versehen (zum Haltbar-machen). Musst mal ein bisschen stöbern, dann findest du bestimmt was! oder noch besser: Selbermachen😀
    Tolles Projekt btw!

  5. Was mich etwas verwundert ist die Tatsache, dass Sie Honig in einer zuckerfreien Ernährung zulassen! Wie ich angefangen habe zuckerfrei zu leben, da ich einen Darmpilz hatte, hat mir mein Arzt auch Honig und Sirupe verboten! Wie lautet Ihre Begründung für die Verwendung von Honig?
    Mit freundlichen Grüßen
    Christine Schreiner

      • Jetzt besteht aber trotzdem die Frage ob man Fructose in den heute
        vorhandenen Früchten überhaupt noch als natürlichen Zucker bezeichnen
        kann, da die meisten Sorten überzüchtet sind und unser Körper
        den Fruchtzucker als einfachen Zucker erkennt aber auch Fructose
        in seiner konzentrierten Form wie er im Agavendicksaft vorkommt
        eigentlich nicht mehr vom industriell gefertigten Zucker zu unterscheiden ist.

  6. juhuuu, da steige ich hier ja genau zum richtigen Zeitpunkt ein! Ich bin nämlich seit einem Monat ohne Zucker (Industriezucker, Ahornsirup und co) und überlege wie ich das nach der Phase weitermachen werde und bin sehr gespannt auf Anregungen hier! Mir hilft sehr das „Endlich Nichtraucher“ Buch von Alan Carr, ich finde Nikotin und Zucker ist gut vergleichbar. Aber ein Leben lang ohne Zucker? Auch wenn es körperlich gut tut?
    Liebe Grüße, Olivia, http://www.aivilo.at, Expertin für das Ankommen im Körper

  7. Pingback: information ist die halbe detox-miete | detoxing my life | Regina Kail-Urban

  8. Hallo – lebe jetzt schon seit 664 Tagen Zuckerfrei und weil ich auf der Suche nach passender Literatur war landete ich hier….habe so einiges erlebt in dieser Zeit……sowohl von der Umwelt ( Mitmenschen ) als auch rein körperlich……Auf jeden Fall geht es mir PRIMA…….Wäre dankbar für Lesestoff über dieses Thema…..ODER muss ich selbst schreiben😉

    • Liebe Nadja, wenn Sie bereits so lange auf Zucker verzichten, haben Sie sicher auch einiges zu berichten…es gibt bereits sehr viel an Literatur zu diesem Thema. Einfach auf Amazon suchen oder mal in eine Buchhandlung gehen…weiterhin viel Erfolg und vor allem viel Gesundheit!

  9. Hallo, von 2002 bis etwa 2009 habe ich keinen Zucker gegessen. Mit Zucker meine ich Industriezucker, Honig, Sirup, auch keinen Agavendicksaft, wenig Saft. Obst auch nicht so viel. Die Umstellung war für mich leicht. Dann habe ich einige Male pro Jahr Eis, Kuchen oder auch mal dunkle Schokolade gegessen. Jedesmal hatte ich danach ein Loch im Bauch und ein ständiges Hungergefühl nach mehr Zucker, aber auch nach mehr Essen generell. Abends hatte ich nach Zuckerkonsum belegte Zähne. Sie sühlen sich sonst immer glatt an. Ich habe jetzt den Zuckerkonsum wieder eingestellt und ich fühle mich gut. Wenn ich gegessen habe, stellt sich ein normales Sättigungsgefühl ein. Früher, also vor 2002 habe ich viele Süßigkeiten gegessen und konnte oft nicht einschätzen, wann ich satt bin. Mein Zahnarzt sagt mir jedesmal, wie gut ich meine Zähne pflege. Dabei putze ich sie manchmal nur einmal pro Tag.

  10. Hallo Christian,

    ich finde deinen Blog sehr spannend. Aus gesundheitlichen Gründen steht mir eine Zuckerreduktion oder noch besser ein Zuckerverzicht nämlich auch bevor. Und ich muss sagen, der Gedanke ist keiner, den ich so leicht annehmen möchte, da ich eine Naschkatze bin und für mein Leben gerne backe. Nachdem ich auf deinem Blog, aber sehr viel Positives gefunden habe, was mit dem Zuckerverzicht einhergeht, fällt es mir leichter, mich auf mein No Sugar-Experiment einzulassen. Und da ich auch die Ganz-oder-gar-nicht-Methode nicht unterschreiben kann, finde ich dein Vorgehen, sich den Einstieg mit natürlichen Süßungsmitteln zu erleichtern, super. Da probiere ich mich nun auch gerade daran aus. Mein alchemistischen Backversuche mit Stevia, Agavendicksaft, Datteln, Reissirup & Co. halte ich auf meinem eigenen Backblog diebaeckerstochter.com fest, auf dem sich bis vor Kurzem noch viel um den Zuckergeschmack gedreht hat. Wechselst du deine Süßungsmittel je nach Bedarf & Rezept oder bist du am Ende bei einem Favoriten gelandet? Stevia trifft nicht so ganz meinem Geschmack. Agavendicksaft finde ich ganz gut, aber gerade bei Keksen fehlt ohne den Zucker ganz viel Masse. Hast du mir einen guten Tipp, welches Süßungsmittel da am Besten ist?

    Herzlichen Dank und liebe Grüße aus Hamburg
    Catherine

    • Liebe Catherine, Vielen Dank für dein schönes Feedback!
      Zum Backen (obwohl ich persönlich kein Bäcker bin) würde ich mal Birkenzucker/Xylitol versuchen – aber auch das ist Geschmacksache! Ich persönlich variiere nach wie vor, verwende aber immer öfter wenig Ahornsirup.
      Das Geschmacksproblem mit Stevia kann ich verstehen, wäre aber trotzdem eine gute, zuckerfreie Alternative.
      Liebe Grüße aus Wien und vor allem viel Gesundheit!

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