Zucker am Fließband

Nein, es ist nicht die Rede von einer Zuckerfabrik. Wir befinden uns in einem „Running Sushi-Restaurant“. Besser gesagt in einem asiatischen Restaurant mit Essen am Fließband. Sie kennen diese Art von Restaurant? Hier wird einfach jeder Wunsch erfüllt. Die Auswahl ist üppig und zum Angebot bleibt nur zu sagen: All you can eat. An dieser Stelle stellt man sich gerne mal die Frage: Lieber dem Wirt was schenken oder den Magen verrenken? In den meisten Fällen verlässt man das Lokal mit einem Völlegefühl, das dem einer U-Bahn um 8 Uhr morgens gleicht. Spätestens beim Verlassen des Restaurants wünscht man sich, man hätte die letzten 20 Teller lieber am Fließband gelassen. Zu spät. Nachdem aber gerade Fastenzeit ist und ich nicht wollte, dass die Leute denken, dass wir beide (meine Frau und ich erwarten wieder Nachwuchs :-)) schwanger sind, habe ich mich gestern zusammengerissen. Abgesehen davon schickt es sich nicht permanent das Fließband zu fixieren, wenn einem die geliebte Ehefrau vis a vis sitzt. Das ist dennoch eine Beobachtung, die man bei sehr vielen Gästen eines „Fließband-Restaurants“ machen kann. Mit Schweißperlen auf der Stirn traut man sich nicht auch nur einen Moment das vorbei fahrende Essen aus den Augen zu verlieren! Man könnte ja was verpassen! Sehr „kommunikativ“ so ein Essen, aber trotzdem irgendwie lustig. „Äh, nein Schatz, bitte jetzt nicht, ich muss mich konzentrieren! Da kommen gleich die Lachs-Sushi!“. Doch darum geht es hier ja nicht. Mein Resümee des gestrigen Besuchs: Asiatischer Krautsalat – gezuckert. Hühnerspieße mit Sauce – gezuckert. Asiatisches Fischragout – gezuckert. Krebsfleischsticks – gezuckert. Dumplings mit Füllung – gezuckert. Sojasauce – gezuckert. Die einzigen Alternativen, die eine Chance auf Zuckerfreiheit gehabt hätten, waren das für Asiaten typische „Wiener Schnitzel“😉 – ist einfach unglaublich was hier alles angeboten wird – und der kleine Muscheleintopf. Muscheln am Fließband!?! Ganz ehrlich, ich mag zwar experimentierfreudig sein, aber lebensmüde bin ich nicht! Erwartungsgemäß geht es mir heute dementsprechend schlecht. Die Zuckerbombe von gestern ist in meinem Gesicht explodiert, hinterlässt ein Paar geschwollene Augen und ein ganz tolles Bauchgefühl. Das war wohl der letzte Besuch beim Asiaten, zumindest bis zum 01.09.14.

Um auf Nummer sicher zu gehen, habe ich mir zum Essen „nur“ ein Glas Leitungswasser bestellt. Jedes andere Getränk wäre wahrscheinlich auch mit Zucker versehen gewesen. Ausserdem würzen Asiaten dermaßen stark (es lebe Glutamat), dass ich nach dem Essen immer das Gefühl der „Wüste Gobi“ im Mund verspüre. Das Essen war günstig, dafür haben sie mir das Glas Leitungswasser verrechnet. Eine gastronomische Innovation, die das Wasser- statt Limonadetrinken auch nicht gerade fördern wird…

3 Gedanken zu „Zucker am Fließband

  1. Na, super, jetzt müssen wir die Sushi auch selber zubereiten😉
    Ja, es gibt bereits Lokale, die für ein Glas Leitungswasser etwas verrechnen,
    diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht!

  2. Dieser Zucker im Asiatischen Essen kommt daher, dass Asiaten Gerichte welche die vier Geschmackrichtungen sues, sauer, salzig und bitter enthaelt, als sehr schmackhaft empfinden. Kommt dann noch „Umami“ (kann durch Glutamat erzeugt werden) dazu, sind sie gluecklich. Je nach Landstrich oder Region essen sie auch gerne scharf.
    Asiatisches Essen in Europa ist sowieso fast nie wirkliches Asiatisches Essen. Geschaeftstuechtig wie sie sind, haben die Asiaten das Essen an den „gemeinen“ Europaeer angepasst.
    Das Asiaten, vornehmlich Chinesen, sich so gesund ernaehren (weil schlank) ist auch ein Maerchen. In vielen Teilen Chinas hungert man auch heute noch bzw. gibt es viele Landstriche wo bis zu 4x im Jahr geerntet wird. Daher mussten die Koerper dieser Menschen nie Vorraete fuer karge (Winter)Zeiten anlegen. Sprich, ihr Stoffwechsel rennt das ganze Jahr ueber auf Hochtouren.

    Dafuer wuerde man in China, Taiwan, Japan oder sonst wo im Osten nie auch nur genoetigt warden irgendwelche Getraenke zu bestellen. Wasser oder Tee gibt es immer gratis und soviel man will.

    Glueckwunsch zur Nr.2!

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