Sind wir etwa am Holzweg?

Vor kurzem fiel mir ein Magazin in die Hand, das nach dem Wochenende benannt ist. Auf dem Cover fand sich das Thema Zucker wieder. Zunächst freute ich mich über weitere Verbündete, musste beim Lesen des Artikels jedoch feststellen, dass es sich bei diesem eher um eine Zucker-Fürsprache handelt. Der Autor nennt es ein „Plädoyer für mehr Gelassenheit“. An und für sich möchte ich mich einem solchen ja gerne anschliessen. Genuss macht das Leben aus und wer damit beginnt jedes einzelne Lebensmittel auf die Waagschale zu legen, um seine gesundheitlichen Risiken und Nutzen abzuwägen, der wird wohl bald in absoluter Askese leben. Manchmal „muss“ man auch einfach nur essen und genießen. Dennoch bin ich strikt dagegen Menschen zum Konsum von Einfachzucker zu animieren. Ich wiederhole mich an dieser Stelle gerne. Es geht nicht darum zwangsläufig ein Leben lang auf Süßes zu verzichten. Es geht um die Gesamt-zuckermengen, die wir tagtäglich verzehren ohne es zu wissen. Es geht um die versteckten Zucker in Lebensmitteln, die eigentlich keinen Zucker enthalten sollten! Wenn wir nicht aufpassen – und deswegen ist es einfach notwendig auch mal auf Süßes zu verzichten – wird die zugeführte Zuckermenge ein Ausmaß annehmen, das uns auf lange Sicht krank macht. Ausnahmen bestätigen die Regel. Was mich doch erstaunt, sind Aussagen von Menschen wie dem Sprecher der Österreichischen Diabetes-Gesellschaft, der im Text folgendermaßen zitiert wird: „Ein gesunder Mensch kann sich ein Kilo Würfelzucker pro Tag einverleiben, er wird dadurch nicht zuckerkrank.“ Laut der Meinung des Experten ist nicht der Zucker per se daran Schuld, sondern eher das Übergewicht. Mir persönlich ist keine Studie bekannt, die die Folgen des Konsums von 1kg Zucker pro Tag über einen längeren Zeitraum an Menschen ausgetestet hätte. Vielleicht stellt sich der Experte ja dafür zur Verfügung? Abgesehen davon würde der Konsum solch großer Zuckermengen höchstwahrscheinlich auch zu Übergewicht und anderen Erkrankungen führen. Aussagen anderer Experten aus dem selben Text lauten: „Es ist nicht nötig und sinnvoll komplett auf Zucker zu verzichten“. Es ist richtig, dass es keinesfalls nötig ist komplett auf Zucker zu verzichten. Dass es aber eine nicht sinnvolle Maßnahme wäre, traue ich mich an dieser Stelle nicht zu unterstreichen! Ich bin der Meinung, dass der Verzicht auf Einfachzucker mit vielen positiven gesundheitlichen Wirkungen verbunden ist. Ich will hier aber auch nicht jede einzelne Aussage anderer Experten in Frage stellen. Jedem seine Meinung. Was mich enttäuscht ist die Tatsache, dass es immer wieder Berichte gibt, die ungesunde Lebensmittel verharmlosen und damit bei den Menschen ein schlechtes Ernährungsverhalten unterstützen. Experten sollten zum bestmöglichen Essverhalten animieren und motivieren. Meine langjährige Erfahrung aus der Praxis hat mir gezeigt, dass sich sehr viele Menschen an Expertenaussagen festklammern. Dies hat zur Folge, dass viele Leser und Gutgläubige gleich morgen wieder zur Zuckerschnecke statt dem Vollkornbrot greifen, da sie ja erst kürzlich gelesen haben, dass Zucker nun doch nicht so schlecht sei…

Eine Frage des Geschmacks

Schönheit liegt im Auge des Betrachters, Geschmack in dessen Munde. Gestern blieb wieder einmal (bei mir Gott sei Dank eher die Ausnahme) keine Zeit, um ein frisches Abendessen zu kochen. Was darin resultierte, dass ich mir ein Antipasti-Sandwich bei einem Take Away-Stand und einen Tofu-Seetang-Salat mit Garnelen besorgte. Vom Grundgedanken her durchaus gesunde Speisen. Ich kenne auch die Anbieter und habe beide Speisen zuvor schon mal gegessen. Die ersten Bissen ließen jedoch sogleich meine Zucker-Alarmglocken läuten. Mit Sicherheit beides gezuckert. Wieder einmal voll in die Zuckerfalle getappt. Nachdem mir an dieser Stelle aber nur die Wahl „weiter essen oder fasten“ blieb, entschied ich mich aufgrund meines Lochs im Magen zum Weiteressen. Ganz abgesehen vom süßen Geschmack, den man bei diesen beiden Mahlzeiten nun wirklich nicht braucht, hat mir das Essen eigentlich gar nicht mehr geschmeckt. Obwohl ich die beiden Gerichte aber durchaus positiv in Erinnerung hatte, schmeckte nun alles irgendwie nur noch künstlich. Ich bin mir auch sicher, dass in beiden Speisen neben Zucker auch einige Zusatzstoffe steckten, die keiner von uns gerne essen möchte. Mit Sicherheit befinden sich da Geschmacksverstärker drin, möglicherweise auch Farbstoffe und Konservierungsstoffe. Im Nachhinein freue ich mich fast ein wenig über diese Erfahrung, denn anscheinend entwickelt mein Körper eine Art „Abwehr-Sicherheitssystem“ gegen alles was unnatürlich und ungesund ist. Wie wird wohl meine kulinarische Zukunft aussehen? Damit ich in diesem Beitrag nicht ausschliesslich von negativen Erfahrungen berichte, möchte ich wieder einmal ein Unternehmen erwähnen, das sich mit Liebe und Leidenschaft unserer Philosophie und unserem Vorhaben verschrieben hat. Giulias Wunderwelt (www.giulias-wunderwelt.com) hat sich gesunden, kulinarischen Genüssen verschrieben. Eine davon durfte ich kosten und ich kann euch sagen, dass es ein Hochgenuss war! Es lohnt sich mal reinzuschauen und zu kosten. An dieser Stelle möchte ich euch alle noch einmal motivieren. Ihr seht, dass die Veränderungen selbst nach einem halben Jahr „Zuckerfreiheit“ noch kein Ende nehmen und es sich alle mal auszahlt am Ball zu bleiben! In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne, zuckerfreie Restwoche!

Giulia

Der Joker ist gefallen!!!

Ich melde mich zurück! Zurück aus dem Urlaub im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Zurück aus dem sonnigen Florida MIT vielen schönen Erinnerungen, aber OHNE Joker! Jawohl, der Joker ist gefallen. Denn das Land der unbegrenzten Möglichkeiten bietet auch Grenzen und Unmöglichkeiten. Nämlich die Unmöglichkeit dort einen Urlaub zu verbringen und zur Gänze auf Zucker und Süßstoffe zu verzichten. Die Entscheidung meinen Joker in diesem Urlaub zu verbrauchen fiel eigentlich schon im Vorfeld und wurde mir bereits im Flugzeug als richtig bestätigt, da man uns am Flug von Wien nach Düsseldorf ausschliesslich einen Schokoladenmuffin servierte, den ich aber noch erfolgreich und dankend ablehnen konnte. Im Anschlussflug nach Miami bestand der Snack aus Cookies!? Auch diese lehnte ich ab, was zur Folge hatte, dass meine erste Mahlzeit erst nach vielen weiteren Flugstunden stattfand. Dennoch wurde mir an dieser Stelle nochmals bewusst, dass der Joker fallen muss, ansonsten würde es eine Fastenwoche. Und ein bisschen Gaumenfreude gehört zum Urlaub dann doch dazu. Wer schon mal in den USA war weiß, dass das Angebot an kulinarischen Köstlichkeiten dort fast unerschöpflich ist. Ich war schon öfter in Amerika und kam auch regelmäßig mit dem ein oder anderen Kilo mehr zurück. Und damit meine ich nicht die Kilos im Gepäck, sondern die Kilos auf meinen Hüften. An dieser Stelle möchte ich aber auch erwähnen, dass die USA im „zuckerfreien Sektor“ unglaublich aufgeholt haben und auch hier so einiges angeboten wird. Auch wenn man in bekannten Restaurants wie der „Cheesecake Factory“, die neben Cheesecakes auch viele salzige Speisen anbietet, auf der Speisekarte doch tatsächlich eine Kategorie „Salate unter 590kcal“ findet, was impliziert, dass alle anderen Salate tatsächlich über 600kcal! haben! Wirklich unglaublich – that´s America! Doch jetzt kommts. Dieses Mal war alles anders. Klar, ich musste meinen Joker schon ein bisschen auskosten und habe deswegen auch konsequent meiner „Peanut-Butter-Leidenschaft“ nachgegeben. Dennoch war mein Verlangen nach Süßem und anderen ungesunden Lebensmitteln deutlich geringer als in den Jahren zuvor. Dieses Mal konnte ich die Supermarktregale ganz ohne Gier an mir vorüberziehen lassen. Wirklich erstaunlich. Habe ich tatsächlich das Verlangen nach Zucker verloren? Als ich dann nach fast 6 Monaten Zuckerabstinenz erstmals wieder Zucker gegessen habe (ich musste unbedingt Oreos mit Erdnussbutter probieren), war die Wirkung sehr neutral. Einerseits ging es mir damit und danach nicht schlechter, andererseits hätte ich mir die Sünde aber auch locker sparen können. Der Genussfaktor war fast ein bisschen enttäuschend und fiel sehr bescheiden aus. Offensichtlich habe ich mich nun endgültig vom Zucker entwöhnt und brauche ihn nur noch in ganz kleinen Mengen oder eventuell sogar gar nicht mehr? Um die Sache abzurunden und den Joker auch wirklich auszunutzen, habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen während der dort stattfindenden Superbowl auch ein „Bud light“-Bier und ein paar Sportgetränke zu konsumieren (im Bier ist ja Malz und in den Sportgetränken jede Menge Süßstoffe enthalten). Somit habe ich den Joker knapp vor der Hälfte des Projektes verbraucht und es durchaus auch genossen. Nach wie vor bin ich über mein Verhalten und meine bemerkenswert geringe Lust auf Zucker sehr erstaunt. Ist aber irgendwie schön und auch ein bisschen erleichternd. Denn ich war schon gespannt wie es mir nach dem ersten Mal nach langer Abstinenz gehen wird. Vielleicht war es aber auch die Sonne oder der viele Sport, den ich während meines Urlaubs gemacht habe, der die Lust auf Zucker gebremst hat? Auch wenn ich nun um 1 Joker ärmer bin, so bin ich doch um viele Erfahrungen und Erkenntnisse reicher. Wieder auf Spur und vollkommen zuckerfrei starte ich voller Elan und schöner Erinnerungen in die nächsten Wochen und wünsche uns allen ein bisschen Florida-Sonnenscheinwetter, denn dann fällts mit dem Zuckerverzicht sicher auch ein bisschen leichter…

Im Haus meiner lieben Freundin Ingrid

Im Haus meiner lieben Freundin Ingrid

Aus dem Wholefoods Supermarket

Aus dem Wholefoods Supermarket