Eine „Milchmädchen-Rechnung“

Nach wie vor ist die Allgemeinheit felsenfest davon überzeugt, dass Milchprodukte sehr gesund sind. Eine Meinung, die ich schon lange nicht mehr vertrete. Nicht dass ich von Milchprodukten zur Gänze abraten würde. In jedem Fall gilt es auch diese sorgfältig unter die Lupe zu nehmen. Abgesehen vom Geschmack und dem guten Gehalt an Kalzium hat Milch nämlich nicht viel Liebenswertes. Primär sollten wir auch nicht vergessen, dass das Fett aus der Milch ein tierisches ist und daher überwiegend aus gesättigten Fettsäuren besteht. Also aus denjenigen, von denen wir eher weniger konsumieren sollten. Jetzt kommt ein Schocker: Vergessen Sie Käse! Auch Käse hat – für mich nach wie vor nicht nachvollziehbar – einen wesentlich besseren Ruf als er ihn verdienen würde. Käse besteht überwiegend aus Fett – dem schlechten Fett. Das Kalzium aus dem Käse könnte man ganz locker über mageren Topfen (Quark) beziehen. Klar, Käse schmeckt einfach toll. Gesund ist er aber keinesfalls! Es kommt aber noch schlimmer. Milchmixgetränke sind für Kinder gut. Selbstverständlich. Genauso wie die Milchschnitte keine Süßigkeit darstellt, sondern eine gesunde Milchjause. Dass ich nicht lache. Nein, eigentlich lache ich gar nicht. Eigentlich bin ich wieder mal ziemlich sauer. Verärgert über die Marketingstrategien von Lebensmittelkonzernen, die offensichtlich auch nicht davor scheuen, die Gesundheit unserer Kinder zu gefährden. Klar, sie schieben die Verantwortung den Eltern in die Schuhe, denn die kaufen die Produkte ja. An dieser Stelle möchte ich unbedingt auf einen Testbericht der AK Oberösterreich verweisen (den Tipp habe ich dankenswerterweise von meiner lieben Schwägerin Anna bekommen – an dieser Stelle liebe Grüße nach Brüssel!).
Darin geht es um den viel zu hohen Zuckergehalt von Milchmixgetränken, deren Zielgruppe vor allem Kinder und Jugendliche darstellen. Besonders achtsam sollte man bei plakativen Aufschriften sein, die einen niedrigen Fettanteil anpreisen. Solche sieht man öfters bei Joghurts oder diversen Molkeprodukten. „Nur 0.1% Fett!“ soll den Eindruck eines gesünderen Lebensmittels vermitteln, was in vielen Fällen auch funktioniert. Ist der Kunde jedoch informiert, weiß er, dass sich in ein und dem selben Produkt statt des Fettanteils nun eine Extraportion Zucker befindet und dieser, wie wir mittlerweile wissen, um nichts weniger ungesund ist als das tierische Fett aus Milchprodukten. Bezüglich der tierischen Fette wäre es überlegenswert das ein oder andere Mal auf Soja-, Mandel- oder Reismilch auszuweichen. Aber Achtung! Auch diesen Alternativen ist sehr oft Zucker zugesetzt! In einem vergangenen Bericht habe ich schon mal erwähnt, dass ich fettreduzierte, laktosefreie Milch ganz gut finde. Die schmeckt süß ohne gesüßt zu sein und enthält deutlich weniger gesättigte Fettsäuren als Vollmilch. Ein Produkt, das ich auch sehr gerne empfehle ist ein cremiger Magertopfen. Dieser ist naturbelassen, kalorien- und fettreduziert, schmeckt gut und liefert eine große Menge an Kalzium und wesentlich mehr Eiweiß als normales Joghurt. Erhältlich in diversen Supermärkten in Österreich. 

Quark

Die heutige Message lautet: Nicht alles was Milchprodukt ist, ist gleichzeitig gesund und essenswert. Weniger tierisches Fett ist prinzipiell gut, bedeutet aber nicht unbedingt gesünder. Schützt eure Kinder vor „Kinderlebensmitteln“, die den Anschein vermitteln gesund zu sein, eigentlich aber genau das Gegenteil bewirken werden.

Nächste Woche mache ich eine kreative Pause und bitte euch um Verständnis, dass wir einander erst wieder am 12.02.14 lesen. Bis dahin alles Liebe und gute, zuckerfreie Semesterferien!

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Seminar-Info: Für alle die gesund & fit in den Frühling starten wollen!

Am Samstag, den 01.03.2014 findet in Salzburg ein Seminar statt, bei dem ich über Zucker, mein Experiment und erfolgreiche Ernährungsstrategien sprechen werde und auch die Einflüsse von Hormonen, Bewegung und Vitalstoffen auf unsere Gesundheit erörtere. Lesen Sie hier mehr! flyer_sbg

Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl!

Ich freue mich auf Ihr Kommen!

In aller Munde

Tatsächlich scheint hier eine ganz große Bewegung ins Rollen zu gelangen. Die Berichte zum Thema Zucker häufen sich. Mittlerweile findet man wohl kaum mehr ein Medium, das es nicht wert findet über die Gefahren des einfachen Kohlenhydrats zu informieren. Glücklicherweise vergisst man dabei auch nicht auf mich und meinen Blog. Jawohl, auch wir unterstützen die Bewegung! So war ich zum Beispiel in der bekannten oberösterreichischen Sendung „Linzer Torte“ zu Gast und durfte dort unter anderem auch über meine Erfahrungen im Rahmen des Projektes berichten. Nachzuhören unter http://onlineclippings.observer.at/mailforms/viewurl.aspx?uid=52ebd518-200f-4332-8bc6-ef0d1a8f1609. Was für ein schöner Zufall, dass die Sendung nach einer traditionellen Süßspeise benannt ist und ich in der selben über die Gefahren des Zuckerkonsums spreche und gleichzeitig versuche die Zuhörer zu weniger Süßem zu motivieren. Ich denke nicht, dass ich da noch mal eingeladen werde 😉

Neben vielen TV-Berichten wird man auch in den renommiertesten Wissenschaftsjournalen fündig. So auch in der aktuellen Ausgabe des berühmten „Science“-Magazins. Dort berichtet der Wissenschaftler Warren darüber, dass Glukose nicht nur zu einer massiven Freisetzung von freien Radikalen führt, was eine Beeinträchtigung der lebenswichtigen Zellkraftwerke (Mitochondrien) zur Folge hat, sondern obendrein die Funktion von Gefäßendothelzellen stört. Blutgefäßprobleme gehören zu den gefährlichsten Folgeschäden des Diabetes mellitus.

Des weiteren wurde ich in den letzten Tagen erfreulicherweise von der Zeitung Kurier und dem Magazin Woman interviewt, denn auch diese wollen darüber berichten. That´s the way, ahah, I like it!

Nur mit Unterstützung der Medien können wir wachrütteln, können wir etwas bewirken. Und solange wir Zucker in „Essiggurken“ wiederfinden, werde ich nicht aufhören meine Leser und meine Patienten darüber zu informieren, zu sensibilisieren und dazu motivieren mit dem Thema Zucker bewusster umzugehen.gurke

Zucker – nicht mehr in aller Munde – hoffentlich…

Schau genau!

Das Frühstück wird nach wie vor als wichtigste Mahlzeit des Tages angesehen. Eine Vielzahl von Studien beweist, dass Menschen, die am Morgen nichts essen im Laufe des Tages an Konzentrationsfähigkeit einbüßen und zusätzlich mit einem deutlich erhöhten Risiko für Übergewicht konfrontiert sind. Um dem vorzubeugen frühstücke ich täglich und versuche mir dafür auch wirklich Zeit zu nehmen. Umso erfreulicher, dass ich kürzlich wieder mal in den Genuss eines reichhaltigen Frühstückbuffets kam. Dieses fand in einem Hotel statt, dem eine gesunde Ernährung wichtig ist und dies auch so kommuniziert. Im hinteren Buffetbereich befand sich die Brotecke. Hier wurden dem Gast mit Sicherheit über 10 verschiedene Brotsorten offeriert. Tolle Auswahl! Stand man mit dem Gesicht zu den Broten, so befand sich im Rücken eine Wand mit Zertifikaten, auf denen die Ideologien des Hotels zu erkennen waren. Die Gastgeber legen auf regionale, saisonale, Bio- und Bauernprodukte viel Wert. Glücklicher- oder blöderweise, je nachdem wie man es sieht, waren alle Brote mit dem Namen und der gesamten Zutatenliste versehen. Kein einziges als Vollkorn deklariertes Brot bestand zu 100% aus Vollkorn und etwa 2/3 aller Sorten waren mit Zucker versehen. Fairerweise wurde es wenigstens für den Kunden ersichtlich angeführt. Was mich immer wieder traurig stimmt ist die Tatsache, dass man als Kunde nicht mehr vertrauen kann. Entweder haben einige Unternehmen, die sich scheinbar für gesunde Ernährung einsetzen, ein anderes Verständnis unter dem Begriff „gesund“ oder versuchen etwas vorzugeben was sie gar nicht sind und vielleicht ja sogar gar nicht sein oder erfüllen wollen? Offensichtlich kann man sich mittlerweile nur mehr in Ausnahmefällen auf das verlassen, was viele Unternehmen oder Produkte von sich behaupten.

In diesem Zusammenhang möchte ich neue Hoffnung schöpfen und auf ein Unternehmen verweisen, auf das ich vor einigen Wochen gestossen bin. Und zwar die Waldherr Bäckerei mit Filialen in Wien, Eisenstadt und Graz. Es handelt sich dabei um einen Betrieb der in KEINER seiner Backwaren Zucker, ausschliesslich 100% Bio-Zutaten und immer das volle Korn verwendet! Obendrein sind sie zertifizierter Fairtrade-Partner. Finde ich toll und sollte man auf jeden Fall unterstützen! http://www.vollkornbaeckerei-waldherr.at

Abschliessend möchte ich euch noch gerne einen englischen Artikel zu lesen geben, den mir eine liebe Freundin zukommen hat lassen. Dieser Artikel spricht mir aus der Seele und spiegelt so ziemlich all meine Erfahrungen wieder! Viel Spaß beim Lesen und denkt immer dran: „Schau genau!“ Salzburger Nachrichten

Happy New Year!

Die Feiertage sind nun endgültig vorüber. Den meisten von uns huscht bei diesem Gedanken ein leises „Gott sei Dank“ über die Lippen. Eigentlich schade, dass das so ist. Schade auch, dass die vormals besinnlichste Zeit des Jahres vorbei ist. Vielleicht für immer vorbei ist? Warum konnte es eigentlich soweit kommen? Reizüberflutung? Wenn man sich so umhört, erzählen nicht Wenige, dass sie bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag genug von allem hatten. Gesättigt von den vielen Verwandtschaftsbesuchen, gesättigt vom vielen, üppigen Essen. Angefressen, sozusagen. Stress, Hektik, Maßlosigkeit und Völlerei scheinen die Besinnlichkeit nun endgültig abgelöst zu haben. Offensichtlich kriegen wir einfach von allem zu viel (wollen wir von allem zu viel?). Selbstverständlich auch vom Zucker.
Genug des Bedauerns. Lasst uns das kommende Jahr mit neuem Optimismus und Zuversicht beginnen! Ja, ich bekenne mich zu den Menschen, die sich gerne Neujahrsvorsätze machen. Ich will mich auch in diesem Jahr wieder darum bemühen einiges in meinem Leben zu verbessern. Selbstverständlich steht auch die Gestaltung meines Lebensstils mit auf der Liste. Auch ich muss mich regelmäßig dazu motivieren noch etwas mehr Sport zu betreiben, mich noch etwas besser zu ernähren und mir die ein oder andere unerwünschte Belastung zu ersparen. An dieser Stelle möchte ich mich von ganzem Herzen bei euch allen bedanken. In vielen Kommentaren habt ihr mich wissen lassen, dass euch der Blog inspiriert und motiviert. Dass ihr die Idee und das Experiment toll findet und mich für meine Konsequenz bewundert. Dafür danke ich euch sehr! Denn gerade diese Kommentare bedeuten Selbiges für mich und zeigen mir zusätzlich, dass das was ich hier mache einen Sinn hat, einen Zweck erfüllt und einen kleinen Beitrag dazu leistet, dass der ein oder andere gesünder lebt und sich wohler fühlt.
Mittlerweile sind über 4 zuckerfreie Monate vergangen. In großen Schritten gehen wir auf die Halbzeit zu. Es erfüllt mich mit Stolz, dass wir mittlerweile knapp 75.000 Besuche auf dem Blog und bald 600 Facebook-Fans verzeichnen können. So viel Resonanz und positives Feedback hätte ich mir zu Beginn nicht erwartet. Vielen Dank für eure Unterstützung und euer Interesse!
In diesem Sinne heißt es nun nicht „Abwarten und Tee trinken (denn sogar im Tee kann Zucker versteckt sein!)“, sondern aktiv werden!TeemitZucker
Ich wünsche euch allen ein gutes und gesundes Jahr 2014 voller Lebensfreude, Energie, Inspiration, Aktivität und ganz, ganz vieler Glücksmomente!
Euer Christian Matthai