Vorweihnachtliche Grüße von der Zuckerhochburg

Da ich als Kind ein paar Jahre in Nürnberg lebte, ist ein Besuch des Frankenlandes in der Adventszeit ein absolutes Muss für mich und meine Familie. Neben dem am wunderschönen Hauptmarkt gelegenen Christkindlmarkt genießt ja auch der Nürnberger Lebkuchen Weltruhm. Und das zurecht. Nach dem letzten Wochenende kann ich bestätigen, dass Nürnberg – vor allem in der Vorweihnachtszeit – zu den absoluten Zuckerepizentren der Welt gehört. Verzweifelt machte ich mich am Markt auf die Suche nach einem zuckerfreien Lebkuchen. Vergebens. Auch im so genannten „Honiglebkuchen“ war Zucker enthalten. Das allerorts angebotene Früchtebrot glänzt verdächtig. Beisst man hinein, so merkt der geschulte Gaumen sofort, dass dem Brot neben üppigen Fruchtzuckermengen noch mal extra Zucker zugesetzt wurde. Es schmeckt einfach „picksüß“, wie wir Österreicher sagen würden. Punch und Glühwein standen sowieso nicht zur Debatte. Von den in Deutschland sehr beliebten Laugenbrezen wissen wir mittlerweile auch, dass Zucker drin ist. Ein Besuch in Nürnbergs berühmtem „Bratwursthäusle“ brachte ebenfalls Ernüchterung. Das Weinkraut gezuckert. Die Rostbratwürstchen: Ziemlich sicher auch mit Zucker versehen. Das „Schäuferle“ schmeckte auch nicht weniger süß. Man war auf der Flucht vor dem Zucker praktisch chancenlos. Am Ende des Tages hatte man, als jemand der mittlerweile wirklich sehr bewusst mit Zucker umgeht, das Gefühl den ganzen Tag nur Süßes gegessen zu haben. Obendrein schmeckten die Speisen für mich persönlich allesamt sehr salzig, ja eigentlich fast übersalzen. Meinem Sohn und meiner Frau hat es trotzdem sehr gut geschmeckt! Flaniert man durch die lokalen Supermärkte, entsteht erneut ganz schnell der Eindruck einer intensiven fränkischen Zuckeraffinität. Schwierig, wenn man dem Zucker den Kampf angesagt.  Mittlerweile findet man auch nur noch wenige Bäcker, die den Lebkuchen auf die ursprüngliche, mehlfreie Art herstellen. Wer mal einen Lebkuchen ohne Mehl gegessen hat, möchte keinen anderen mehr probieren. Schmeckt einfach viel besser! Natürlich habe ich in diesem Jahr darauf verzichtet und noch immer nicht meinen Joker gezogen! Ich weiß aber noch aus der Vergangenheit, dass der Lebkuchen ganz ohne Mehl mit Abstand am besten schmeckt. Beim Kauf eines originalen Nürnberger Elisen-Lebkuchens also unbedingt nachfragen, ob da eh kein Mehl drin ist. Auch wenn es dieses Jahr ein harter Kampf gegen die auf mich zuströmende Zuckerflut war, hat es wieder viel Spaß gemacht. Nürnberg ist und bleibt einen Besuch wert! Somit sind meine Familie und ich nun endgültig in Weihnachtsstimmung. Der heilige Abend kann kommen. Ob mit oder ohne Zucker. Ich wünsche Ihnen allen von ganzem Herzen besinnliche Weihnachten im Kreise Ihrer Liebsten! Genießen Sie die Zeit und bleiben Sie auch über die Festtage zuckerfrei! Ich melde mich vor dem Jahreswechsel noch mal…

2 Gedanken zu „Vorweihnachtliche Grüße von der Zuckerhochburg

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