Im Hürdenlauf durch die Feiertage

 

Puh! Das war aber nicht ohne. Sicher nicht ohne Zucker. Die erste Hälfte der Feiertage wäre vorüber. Und ich würde mal sagen: Mit einem blauen Auge überstanden. Es begann mit dem vorweihnachtlichen Treffen von Freunden. Hier gab es geräucherten Lachs. Und ich bin mir nicht sicher, aber ich vermute, dass auch dem Lachs bei seiner Zubereitung Zucker zugesetzt wurde!? Es gilt die Unschuldsvermutung, aber ich befürchte meine feine Zunge lässt sich seit meiner zuckerfreien Zeit nicht mehr täuschen. Das war Falle 1. Als Falle 2 entpuppten sich die legendären Brötchen des noch legendäreren „Schwarzen Kameels“ in Wien, ein Beisl oder eine Bar – wie man es eben nennen möchte – zu der man unbedingt hin muss, wenn man mal in Wien ist. Trotzdem ich mich mit geschultem Auge für eine meines Erachtens sichere Aufstrich-/Belagvarianten entschieden habe, befürchte ich, dass ich an diesem Tag bereits zum 2. Mal in die Zuckerfalle getappt bin. Es gilt die Unschuldsvermutung. Falle 3: Fischsalate bei der Nordsee. Herrlich. Doch sind diese zuckerfrei? Ich befürchte nicht! Als Indiz dafürHering  möchte ich gerne dieses Hering-Glas anführen. Schön langsam gilt die Unschuldsvermutung leider nicht mehr. Da sich in den meisten Salaten – ganz zu meinem Bedauern! – auch ein wenig (oder manchmal auch sehr viel) Mayonnaise befindet, gehen mir schön langsam die Argumente aus und wir kommen auch gleich zum Beweisstück 2.

Majo

 

 

Somit müssen wir auch für Silvester gewarnt sein! Hier stellen Fischsalate aller Art ja eine beliebte Speise dar. Auch wenn der ein oder andere sich dieser früh morgens auf umgekehrtem Wege wieder entledigt, sollte – wer sich zuckerfrei ernähren möchte – lieber auf fertige Salate dieser Art verzichten. Beim familiären Zusammentreffen am Christtag musste ich lediglich das Zimtparfait meiner Mutter ablehnen. Nächstes Jahr wieder. Obwohl ich diese Weihnachten auf Süßes verzichtet und zusätzlich darauf geachtet habe nicht in Zuckerfallen zu tappen, bin ich mir sicher, dass ich über die letzten Tage immer wieder Zucker gegessen habe. Will man zu Jahreszeiten, in denen man tendenziell mehr unterwegs ist, Freunde trifft und vielleicht auch das ein oder andere Mal Essen geht, wirklich zuckerfrei bleiben, so wird man wohl oder übel zuhause bleiben müssen. Diese Erkenntnis ist tragisch, aber wohl wahr. Man entkommt dem Zucker einfach nicht. Selbst wenn man auf der Hut ist und sich gut auskennt. Will man den gesellschaftlichen Ereignissen beiwohnen, kommt man gezwungenermaßen mit Zucker in Berührung. Eigentlich traurig. Nichts desto trotz machen wir natürlich weiter. Kämpfen weiter für eine Sache, die es wert ist! Der Monat 4 neigt sich dem Ende zu. Fast 1/3 des zuckerfreien Jahres ist bereits vergangen. Auch wenn die Erfahrungen ernüchternd sind, bleibt das Gefühl ein Gutes. In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen fröhlichen, zuckerfreien Jahreswechsel und vor allem viel Gesundheit für 2014! Ich werde mich auch die nächsten Monate nicht von meinem Weg abbringen lassen und hoffe, dass ihr bei mir bleibt! Alles Liebe! Wir lesen einander im neuen Jahr…

Vorweihnachtliche Grüße von der Zuckerhochburg

Da ich als Kind ein paar Jahre in Nürnberg lebte, ist ein Besuch des Frankenlandes in der Adventszeit ein absolutes Muss für mich und meine Familie. Neben dem am wunderschönen Hauptmarkt gelegenen Christkindlmarkt genießt ja auch der Nürnberger Lebkuchen Weltruhm. Und das zurecht. Nach dem letzten Wochenende kann ich bestätigen, dass Nürnberg – vor allem in der Vorweihnachtszeit – zu den absoluten Zuckerepizentren der Welt gehört. Verzweifelt machte ich mich am Markt auf die Suche nach einem zuckerfreien Lebkuchen. Vergebens. Auch im so genannten „Honiglebkuchen“ war Zucker enthalten. Das allerorts angebotene Früchtebrot glänzt verdächtig. Beisst man hinein, so merkt der geschulte Gaumen sofort, dass dem Brot neben üppigen Fruchtzuckermengen noch mal extra Zucker zugesetzt wurde. Es schmeckt einfach „picksüß“, wie wir Österreicher sagen würden. Punch und Glühwein standen sowieso nicht zur Debatte. Von den in Deutschland sehr beliebten Laugenbrezen wissen wir mittlerweile auch, dass Zucker drin ist. Ein Besuch in Nürnbergs berühmtem „Bratwursthäusle“ brachte ebenfalls Ernüchterung. Das Weinkraut gezuckert. Die Rostbratwürstchen: Ziemlich sicher auch mit Zucker versehen. Das „Schäuferle“ schmeckte auch nicht weniger süß. Man war auf der Flucht vor dem Zucker praktisch chancenlos. Am Ende des Tages hatte man, als jemand der mittlerweile wirklich sehr bewusst mit Zucker umgeht, das Gefühl den ganzen Tag nur Süßes gegessen zu haben. Obendrein schmeckten die Speisen für mich persönlich allesamt sehr salzig, ja eigentlich fast übersalzen. Meinem Sohn und meiner Frau hat es trotzdem sehr gut geschmeckt! Flaniert man durch die lokalen Supermärkte, entsteht erneut ganz schnell der Eindruck einer intensiven fränkischen Zuckeraffinität. Schwierig, wenn man dem Zucker den Kampf angesagt.  Mittlerweile findet man auch nur noch wenige Bäcker, die den Lebkuchen auf die ursprüngliche, mehlfreie Art herstellen. Wer mal einen Lebkuchen ohne Mehl gegessen hat, möchte keinen anderen mehr probieren. Schmeckt einfach viel besser! Natürlich habe ich in diesem Jahr darauf verzichtet und noch immer nicht meinen Joker gezogen! Ich weiß aber noch aus der Vergangenheit, dass der Lebkuchen ganz ohne Mehl mit Abstand am besten schmeckt. Beim Kauf eines originalen Nürnberger Elisen-Lebkuchens also unbedingt nachfragen, ob da eh kein Mehl drin ist. Auch wenn es dieses Jahr ein harter Kampf gegen die auf mich zuströmende Zuckerflut war, hat es wieder viel Spaß gemacht. Nürnberg ist und bleibt einen Besuch wert! Somit sind meine Familie und ich nun endgültig in Weihnachtsstimmung. Der heilige Abend kann kommen. Ob mit oder ohne Zucker. Ich wünsche Ihnen allen von ganzem Herzen besinnliche Weihnachten im Kreise Ihrer Liebsten! Genießen Sie die Zeit und bleiben Sie auch über die Festtage zuckerfrei! Ich melde mich vor dem Jahreswechsel noch mal…

Honig ist mir irgendwie doch am liebsten

Das Thema Zuckerersatzstoffe wird aktuell sehr intensiv diskutiert. Dabei findet der Interessierte nicht nur viel Gesprächsstoff, sondern – sofern er/sie eine spezielle Meinung vertritt – auch vom Gegenteil überzeugte Kontrahenten. Ob man nun die klassischen Süßstoffe wie Aspartam oder Cyclamat verwendet, Stevia bevorzugt, schon lange nur noch Xylit in Gebrauch hat, seine Speisen mit Agavendicksaft oder Ahornsirup süßt, oder doch auf Honig steht, muss einem eines klar sein: Die optimale Wahl kann an dieser Stelle nicht getroffen werden bzw. wäre die optimale Wahl wohl keine Wahl. Jeder einzelne Austauschstoff bietet Vor- und Nachteile. Wer übergewichtig ist, sollte sich eher für die kalorienfreie oder zumindest die kalorienärmere Zuckeralternative entscheiden. Alle anderen sind gut beraten nach dem Geschmack und dem guten Bauchgefühl zu gehen. Das gesamte Angebot hat jedoch einen gemeinsamen Nenner: Es sollte immer wenig davon verwendet werden! Sie erinnern sich!? Zurück zur Natürlichkeit! Nicht zuletzt bin ich deswegen noch immer ein Fan von Honig. Aus diesem Grund hat mir der Besuch vergangenes Wochenende im Honig-Genuss-Keller Neber (www.neber.at) in St. Laurenzen im Mürztal besonders viel Freude bereitet. Dort kann man nicht nur viele verschiedene, ausgefallene Honigsorten verkosten, sondern erfährt auch viel über die Herstellung, den Gebrauch, die gesundheitlichen Wirkungen von Honig oder etwa den Unterschied zwischen Waldhonig und Waldblütenhonig. Tatsächlich wird Honig auch im medizinischen Bereich zur Behandlung von Wundheilungsstörungen bereits vielfach eingesetzt. Darüber hinaus besitzt Honig weit über 1.000 wertvolle Inhaltsstoffe. Dennoch muss ich Ihre Euphorie auch an dieser Stelle ein wenig zügeln. Was wir nicht vergessen sollten ist die Tatsache, dass auch Honig eine sehr reichhaltige Zucker- und Energiequelle darstellt! Es gilt somit auch hier: Weniger ist mehr. Bitte immer nur moderate Mengen verwenden. Im Rahmen des Honigverkostens habe ich gelernt, dass Akazienhonig in Bezug auf die Art der Zuckerzusammensetzung wohl der günstigste ist, sprich den niedrigsten glykämischen Index aufweist und dadurch auch die Insulinproduktion am wenigsten beansprucht. Alles sehr interessant! Ich habe es sehr genossen und meinen Vorrat an Honig etwas aufgestockt. Meine Frau genießt zurzeit Honig mit Zotter-Schokolade, ich esse Cremehonig mit Chai-Gewürzen…NeberNeber1

In Gesellschaft ist es doch am schönsten!

„Gemeinsam zuckerfrei“ ist nicht nur das Motto meines blogs, sondern war auch Anlass für unser „come together“ am vergangenen Montag. Und es war schön! Abgesehen davon, dass ich mich sehr gefreut habe, den ein oder anderen Verbündeten persönlich kennenzulernen, war es für uns alle hoch interessant zu erfahren, wie es den anderen im zuckerfreien Leben so ergeht, wo die Probleme liegen und was wir besser machen können. Die Motivationen an diesem Experiment teilzunehmen kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Sie reichen von der Überzeugung, dass Zucker für unsere Gesundheit sehr gefährlich ist über den Versuch durch den Verzicht auf Zucker abzunehmen bis hin zur Experimentierfreudigkeit, nämlich einfach mal zu schauen was so passiert, wenn man Zucker meidet. Selbst wenn es dem ein oder anderen auch nach 3 Monaten immer noch schwer fällt auf Zucker zu verzichten, waren wir uns doch alle einig: Unterm Strich haben wir alle davon profitiert! Auffallend und einstimmig kamen wir zu der Erkenntnis, dass der Geschmackssinn um ein Vielfaches sensibler wird. Wer Zucker reduziert braucht automatisch deutlich weniger Süße in den Speisen und benötigt auch weniger Salz und andere Gewürze. Ein gesundheitlicher Nutzen von unfassbarem Ausmaß! Menschen, die bewusst auf Zucker verzichten, werden sozusagen zu Feinschmeckern! Einfach grandios! Apropos Feinschmecker. An dieser Stelle möchte ich eine Jungunternehmerin vorstellen und mich bei ihr bedanken. Ihr Name ist Maja-Elena Scheid und sie betreibt seit kurzem einen „raw shop“ in der Otto-Bauer-Gasse 11 in 1060 Wien. Sie war so freundlich und hat uns für unser Treffen viele süße, zuckerfreie Kostproben zur Verfügung gestellt. Wir haben sie genussvoll verkostet. Einfach herrlich und obendrein wirklich schön anzusehen! Unbedingt ausprobieren! Weiters hatten wir einen sehr netten Herren der Firma Birkengold in unserer Runde zu Gast. Er erklärte uns die Vorzüge und auch die Zubereitungsart des natürlichen Süßstoffes Xylitol. Auch das haben wir vor Ort verkostet. Sieht tatsächlich nicht nur wie Zucker aus, sondern schmeckt auch wie Zucker. Hat dafür aber 40% weniger Kalorien und soll angeblich auch noch vor Karies schützen. Wer auf Haushaltszucker und dessen Geschmack nun keinesfalls verzichten möchte/kann, ist mit Birkengold in jedem Fall besser beraten. Für alle anderen gilt nach wie vor: Zurück zur Natürlichkeit und so wenig wie möglich süßen! Vielen Dank auch an ihn, seine Zeit und für die Kostproben!

Ein Resümee: Mir hat es Spaß gemacht! Es ist einfach schön zu sehen wie andere Menschen von einer Idee profitieren, von der man selbst überzeugt ist, dass sie eine gute ist! An dieser Stelle möchte ich alle die bereits mit dabei sind und auch alle, die noch überlegen mitzumachen dazu motivieren dabei zu bleiben oder den richtigen Entschluss zu fassen! Ich bin sehr stolz auf alle, die bis heute mitgemacht und durchgehalten haben! Ich weiß, dass es nicht immer leicht ist, das Verständnis der Gesellschaft klein und die Verlockungen der Lebensmittelindustrie sehr groß sind. Doch glaubt mir, ihr seid am richtigen Weg! Auf in den Monat 4!